Abstract
Das Fujitsu Siemens Lifebook E4010 kam etwa Mitte 2003 auf den Markt und ist heute gebraucht für unter 500 Euro zu haben. Es ist ein robustes Notebook mit
- • großem, hellem Display
- • hoher Auflösung (1400 x 1050 px)
- • geringem Betriebsgeräusch
- • WLAN on board
Wer so etwas sucht und das ganze unter Linux betreiben will, ist mit dem Lifebook E4010 gut bedient. Deshalb wird einem hier der Ausdruck "XY läuft out of the box" des öfteren begegnen :-). Die einzigen Grundfunktionen des Notebooks, die unter Ubuntu 6.10 ("Edgy Eft") nachkonfiguriert werden müssen, sind die anfangs nicht korrekte Auflösung, das 56k-Modem und die WPA-Verschlüsselung des WLAN-Zugangs. Dank guter Anleitungen im Wiki von ubuntuusers.de, auf die ich jeweils verlinke, sollten alle drei Aufgaben aber auch für Linux-Einsteiger lösbar sein.
Specs
| Display | 15.1", SXGA+ 1400x1050 px, 4:3, reflexionsarm | native Auflösung mit 915resolution |
| Chipsatz | Centrino® i855 | out of the box |
| CPU | Intel® Pentium® M, 1400 Mhz, 32-bit | Speedstepping out of the box ¹ |
| Grafik | Intel® 855GM (on board) | out of the box beschleunigt ² |
| WLAN | PRO/Wireless Lan 2100 | out of the box |
| Ethernet | 10/100 Base-Tx | out of the box |
| Modem | Intel® AC'97 (SoftModem) | läuft mit den SmartLink-Paketen |
| Touchpad | out of the box inkl. Scroll- und "Maus-"Tasten | |
| Audio | Intel® AC'97 Audio Controller | out of the box ³ |
| PC Cards | 2x CardBus | nicht getestet |
| Infrarot | nicht getestet |
¹ Überwachung der Prozessortaktstufen am besten mit dem gleichnamigen GNOME Panel Applet – Näheres zur Konfiguration in einem Wiki-Artikel bei ubuntuusers.de ("Strom sparen", Abschnitt Prozessortakt).
² S-Video out: nicht getestet
³ Mikrofon Eingang: nicht getestet
Das Notebook verfügt über die üblichen Funktionstasten (Fn-Keys). Out of the box funktionieren die Steuerung der Display-Helligkeit und des Audio-Ausgangs. Über einen seitlichen Schalter läßt sich die WLAN-Antenne ein- und ausschalten.
Nicht getestet habe ich das sogenannte Lifebook Security/Application Panel (Tasten zur Eingabe eines festlegbaren Entsperrungs-Codes bzw. zum Direktstart von Anwendungen).
Display
Nach der Basis-Installation von Ubuntu 6.10 zeigt das Display eine Auflöung von 1280 x 1024 px statt der nativen 1400 x 1050 px (SXGA+). Abhilfe schafft die Installation und Konfiguration des Pakets 915resolution. Wie das geht, steht wiederum in einem Wiki-Artikel bei ubuntuusers.de ("Intel Grafikkarten").
Wireless LAN sicher verschlüsselt
Dank der guten Unterstützung der Centrino®-Komponenten läuft auch der WLAN-Chip out of the box. Was man aber – unabhängig vom Betriebssystem – haben möchte, ist nicht ein funktionierendes, sondern ein funktionierendes sicheres WLAN. Es sollte sich herumgesprochen haben, daß sichere WLAN-Verschlüsselung seit einigen Jahren nicht mehr mit WEP, sondern nur noch mit WPA zu machen ist. WEP ist heute in wenigen Minuten zu knacken, und kaum besser als gar keine Verschlüsselung.
Vorausgesetzt, daß die beteiligten WLAN-Komponenten WPA unterstützen (hier also v.a. der Router / AccessPoint), richtet man das Netzwerk unter Ubuntu 6.10 am besten so ein: Vor der Installation das Notebook per Ethernetkabel mit dem Router verbinden, nach der Installation das Standard-Tool unter "System / Administration / Netzwerk" erst gar nicht anfassen, sondern WLAN mit dem Networkmanager nach dieser Anleitung einrichten.
Leider hat der Einsatz des Networkmanagers aber einen etwas nervigen Nebeneffekt: Da der Networkmanager den WPA-Schlüssel mithilfe des sog. GNOME Schlüsselbunds verwaltet, muß bei jedem Verbindungsaufbau das Passwort für diesen Schlüsselbund eingegeben werden.
Wenn man allerdings bereit ist, auf das automatische Login in den Desktop zu verzichten (was bei Mobilgeräten vielleicht ohnehin eine gute Idee ist), läßt sich das Problem elegant umgehen: Man verknüpft das Login-Passwort einfach mit dem für den GNOME Schlüsselbund, sodaß man letzeres nicht nochmal eigens angeben muß. Wie das funktioniert, steht in einem ausführlichen HowTo.
Suspend Modi
Suspend to RAM (S3)läuft out of the box, Suspend to disk (S4, Hibernation) nicht. Da ich persönlich bei Notebooks Suspend to RAM für die eigentlich interessante Funktion halte, bin ich dem Hibernation-Problem nicht weiter nachgegangen.
Modem
Über das interne (Win- oder Soft-)Modem kann ich eigentlich nur sagen, daß es irgendwie funktioniert... Ich hatte die SmartLink-Pakete installiert, der Modem-Treiber wurde auch korrekt geladen, aber die Einwahl wollte und wollte nicht klappen... Bei der sich anschließenden Konfigurations-Orgie habe ich dann irgendwie den Überblick verloren, sodaß ich jetzt nicht sicher sagen kann, warum es plötzlich funktionierte...
Drei Tips kann ich aber geben (die beiden ersten beziehen sich auf den Wiki-Artikel zu SmartLink):
- • Es ist nicht notwendig, den Treiber selbst zu kompilieren, die Installation der fertigen Pakete reicht
- • Es ist nicht notwendig, den AT-Standardbefehl zum Wählen abzuändern
- • Bei Einwahlproblemen kann es am verwendeten Kabel liegen: Ich benutze ein separates Modemkabel (und eine der "N"-Buchsen an einem NFN-Stecker)
3D-Desktop
Wirklich brauchen tut man's nicht, aber hübsch anzusehen (und manchmal sogar praktisch) ist es schon: Sanft einblendende, Schatten werfende Fenster und Menüs, verbessertes Fenstermanagement, echte Transparenz und dergleichen...
Die gute Nachricht: All das geht mit dem Lifebook E4010 durch simples Nachinstallieren von Beryl (Compiz läuft nur ruckelnd). Die schlechte Nachricht: Im bisherigen Testbetrieb verschwanden hin und wieder (na ja, selten) die Fensterrahmen, einmal ist der Desktop sogar komplett eingefroren. Aber dafür, daß die ganze Sache noch im Beta-Stadium ist, laufen die Dinge schon recht rund.
Und was soll's – beeindruckend ist es schon, wenn all diese Effekte auf einem Notebook aus dem Jahr 2003 flüssig laufen, ohne daß der Lüfter öfter anspringt als sonst (nämlich selten und fast unhörbar). Zum Vergleich (sorry, can't resist): Anforderungen für Windows® Vista® Tralala
mit den sog. Aero-Effekten.